El Niño tobt sich aus
geschrieben von Lioba PaariEl Niño sorgt derzeit für einen ungewöhnlich warmen Pazifik und beeinflusst das Wetter in verschiedenen Teilen der Welt. Welche Auswirkungen das Phänomen tatsächlich haben wird, ist noch in Beobachtung.
„El Niño hat das Potential, Gemeinschaften und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt einen massiven Schlag zu versetzen“, erklärte Celeste Saulo, Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), im September 2026 in Genf
Diese Folgen sind bereits sichtbar. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Sturm aussah, verwandelte sich innerhalb eines Tages zu einem außergewöhnlich starken Hurrikan. Ende September entwickelte sich über dem warmen Pazifik Hurrikan Polo. Innerhalb von nur 24 Stunden wuchs er von einem tropischen Tiefdruckgebiet zu einem Hurrikan der Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 290 km/h. Heftiger Regen, Sturmfluten und überflutete Straßen waren die Folge für die Halbinsel Baja. Hunderte von Menschen mussten evakuiert werden. Zum Glück hat er sich vor dem Aufprall mit Baja auf Stufe 2 abgeschwächt.
Polo ist jedoch nur ein Beispiel für die ungewöhnlichen Wetterbedingungen in diesem Jahr. El Niño verstärkte sich im tropischen Pazifik extrem. Die WMO erwartet, dass sich das Phänomen bis Ende 2026 weiterbildet und bis Februar 2027 anhält.
Besonders auffällig sind die Temperaturen im zentralen und östlichen Pazifik. Im September lagen sie bereits mehr als drei Grad über dem Durchschnitt, in einzelnen Regionen sogar bei rund 3,5 bis 4,4 Grad.
Weniger Fische in Peru
El Niño ist ein wiederkehrendes Wetterphänomen, die warme Phase der El-Niño-Südlichen Oszillation (ENSO). Normalerweise treiben die östlichen Passatwinde warmes Oberflächenwasser im Pazifik von Südamerika Richtung Indonesien. Während eines El Niño sind diese Winde schwächer und das warme Wasser kann sich nach Osten zurückziehen. Die Ursachen dafür sind noch unbekannt.
Das beeinflusst die Wassertemperatur, aber auch die Winde über dem Pazifik verändern sich. Dadurch können sich Niederschlagsgebiete, Hoch- und Tiefdruckgebiete und Windströmungen vor allem im Pazifik abwandeln.
Die Folgen sind aber nicht überall gleich. An der Westküste Südamerikas können starke Niederschläge und Überschwemmungen auftreten, während Indonesien und Teile Australiens mit einer Trockenzeit zu kämpfen haben.
In Peru haben die Folgen von El Niño bereits die Fischerei getroffen. Das warme Wasser verändert den Lebensraum der Anchoveta (eine Fischart). Die Fische ziehen sich in die tiefere und kältere Region zurück. Deswegen erklärte die peruanische Regierung, dass die Fischerei im August 2026 für 120 Tage im absoluten Notstand befindet.
Ein El Niño der Extreme
Messwerte beweisen, wie ungewöhnlich dieses Phänomen wirklich ist.
Den Höhepunkt erreicht El Niño erst gegen Ende des Jahres. Normalerweise. Dieses Jahr hat er den bis jetzt bekannten Rekord bereits im September erlangt. Carbon Brief (eine Newsplattform zu Klimathemen) berichtet von einem außergewöhnlich schnellen Aufbau. Bis zum Winter könnten die Temperaturen, laut Berechnungen, noch steigen. State of the climate: Rapidly developing El Niño raises chance of record-warm 2026 - Carbon Brief
Wenn der Pazifik überhitzt
El Niño ist kein neues Phänomen und existiert schon seit langer Zeit. Die Erde ist heute deutlich wärmer als früher. Dadurch kann El Niño sich stärker fortbilden.
Gleichzeitig gibt El Niño Wärme in die Atmosphäre ab und kann die weltweite Temperatur weiter erhöhen. Dieser Effekt zeigt sich oft erst Monate später. Deshalb könnte die Erwärmung im Jahr 2027 einen neuen Rekord erreichen.
Einfluss vom Pazifik auf Europa
Für Europa ist es komplizierter. Ein starker El Niño heisst nicht automatisch, dass unser Winter warm oder kalt wird.
MeteoSchweiz sagt, dass der Zusammenhang zwischen El Niño und dem europäischen Wetter eher schwach ist. Eine wichtige Rolle spielt die Nordatlantische Oszillation (NAO), die steuert, wie sich Tiefdruckgebiete über Europa bewegen. Jedoch kann El Niño im Winter mehr Niederschlag verursachen. Dafür gibt es jedoch keine genaue Prognose, weil der Einfluss von El Niño auf Europa schwächer und unregelmässiger ist als in anderen Gebieten.
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Medien
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Tidekraftwerk Rance: Seit 1961 zuverlässiger Energielieferant.
Die neuen Fabelwesen: Unterwasser-Drachen
geschrieben von Martin ArnoldDas Meer ist eine grosse Energieressource. Vor allem wenn man die Anziehungskraft durch den Mond nutzt. Neben Gezeitenkraftwerken bieten auch Strömungskraftwerke ein grosses Potential. Auch sie werden beispielsweise in Fjorden durch die Gezeiten verursacht.

Der WAVE-Roller vor Portugal. Bild AW-Energy.
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«Die arktischen Ökosysteme verändern sich sehr rasch», heisst es in der 15. «Arctic Report Card» der «National Oceanic and Athmospheric Administration». Das lag noch vor einer Generation ausserhalb dessen, was man sich vorstellen konnte.



